*Rezension* Die Haushälterin

Die Haushälterin von Joy Fielding

erschienen bei Goldmann

Zum Inhalt

Jodi Bishop ist erfolgreiche Maklerin und lebt mit ihrem Ehemann und zwei Kindern in Toronto. Da ihre Mutter an Parkinson erkrankt ist, beschließt sie, eine Haushälterin für ihre alternden Eltern einzustellen. Als sie die erfahrene Elyse trifft, ist sie begeistert von deren warmherziger, anpackender Art. Sogar Jodis skeptischer Vater scheint sie zu mögen. Aber schon nach kurzer Zeit nimmt Jodi beunruhigende Veränderungen wahr. Ihre Eltern verlassen kaum noch das Haus, ihre Mutter scheint sich regelrecht vor Elyse zu fürchten. Und als ihre Mutter unerwartet verstirbt, muss Jodi sich fragen: Wem hat sie da die Tür zum Leben ihrer Eltern geöffnet …?

(Quelle: Verlag)

Zum Buch

Das Cover dieses Romans ist in meinen Augen unauffällig auffällig. Man sieht nur ein Haus und sonst eigentlich weiter nichts. Aber es macht neugierig. Erzählt wird die Geschichte in der ersten Person, aus der Sicht von Protagonistin Jodi. Die Kapitel sind recht kurzgehalten, was mir gut gefiel.

Ich kenne längst nicht alle Bücher der Autorin, aber ich habe schon vor vielen, vielen Jahren das ein oder andere gelesen, das mich durchaus begeistern konnte. Hier war ich wieder sehr gespannt, was sich hinter einem so schlichten Titel verbergen mag.

Jodi ist eine sehr authentische Figur. Sie ist verheiratet, hat zwei kleine Kinder, einen Mann, einen Job, ihre Schwester und vor allem ihre Eltern. Um letztere kümmert sie sich in den Augen ihres Mannes Harrison viel zu viel und vernachlässigt dafür ihre eigene Familie und damit verbundenen Verpflichtungen. Es gibt jede Menge Vorwürfe an Jodi seitens Harrison. Dabei sollte gerade er auch einmal vor seiner eigenen Haustür kehren …

Man muss an dieser Stelle noch dazu sagen, dass Jodis Mutter seit zehn Jahren an Parkinson leidet und ihr Vater mit der Pflege ganz allein ist. Da finde ich es nur selbstverständlich, dass man sich als Tochter ebenfalls kümmert, mal nach dem Rechten sieht. Mittlerweile ist Jodis Vater schon fast 80 Jahre alt und somit kein junger Hüpfer mehr. Natürlich könnte sich auch Jodis Schwester Tracy mal kümmern, zudem sie auch schon immer der Liebling der Eltern war und ist. Ein Stich für Jodi, die machen kann, was sie will – es reicht nie. Jodi ist ihr Leben lang auf der Suche nach Anerkennung und Aufmerksamkeit, was ein wirklich aussichtsloser Kampf ist … Trotzdem kümmert sie sich und erträgt die Spitzen, die ihr Vater in ihre Richtung loslässt.

Sie wurde verwöhnt; ich wurde geduldet.

Seite 81

Als dann die neue Haushälterin Elyse Woodley auf den Plan tritt, übt diese durch ihren Charme etwas ganz Besonderes aus – und das augenscheinlich völlig unabsichtlich. Jodi vertraut sich ihr an, ohne Wenn und Aber. Über ihre Ehe, mit der es nicht gerade zum Besten bestellt ist, über ihre Schwester und den jahrelangen Kampf um Aufmerksamkeit. Ihre Überforderung im Job, weil sie als Immobilienmaklerin auch zu unüblichen Zeiten arbeiten muss. Ich konnte viele Handlungsweisen von Jodi nachvollziehen und verstehen, mich in ihre Gefühlswelt eindenken und mit ihr mitleiden. Obwohl es nicht um Mitleid geht. Ich fand diese Frau einfach toll – mit all ihren Fehlern.

Ich mache mir schon genug Sorgen für uns alle, dachte ich.

Seite 165

Joy Fielding hat mich mit ihrem neuesten Roman total in ihren Bann gezogen. Ich konnte das Buch teilweise kaum aus der Hand legen, weil ich einfach wissen wollte, was weiter passiert. Die Autorin hat hier so viele wahre Worte geschrieben, die mich manchmal mitten ins Herz trafen. Eine komplett authentisch dargestellte Geschichte, die sich jederzeit so nebenan abspielen könnte. Sehr gut gefiel mir die Spannungssteigerung mit Aussagen wie „wenn ich geahnt hätte, dass … dann …“ Es suggerierte immer, dass Jodi die Geschichte erst im Nachhinein erzählte, was ich wirklich interessant fand. Mit der Zeit fallen gerade Jodi immer mehr Kleinigkeiten auf, was Elyse und das Verhältnis zu Jodis Vater angeht. Trotzdem misst sie diesen Dingen nicht genug Beachtung bei. Eine verständliche Reaktion, denn man darf ja nicht sofort immer das Schlimmste annehmen, oder? Der Aufbau der Geschichte gefiel mir daher aus mehreren Gründen sehr gut und den Spannungsbogen fand ich für einen „stinknormalen Roman“ wirklich hoch. Das Ende fand ich ebenfalls stimmig und authentisch. Für mich ein wahres Highlight in diesem Monat!

Man konnte schließlich nur begrenzt lange mit dem Kopf gegen die Wand rennen, ohne sich selbst ernsthaften Schaden zuzufügen.

Seite 245

Zum Autor

Joy Fielding gehört zu den großen Spitzenautorinnen Amerikas. Seit ihrem Psychothriller »Lauf, Jane, lauf« waren alle ihre Bücher internationale Bestseller. Joy Fielding hat zwei Töchter und lebt mit ihrem Mann in Toronto, Kanada, und in Palm Beach, Florida.

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448 Seiten

übersetzt von Kristian Lutze

ISBN 978-3-442-31576-5

Preis: 22 Euro

erschienen bei https://www.penguinrandomhouse.de/Verlag/Goldmann/4000.rhd

Leseprobe https://www.penguinrandomhouse.de/Buch/Die-Haushaelterin/Joy-Fielding/Goldmann/e572751.rhd

© Cover und Zitatrechte liegen beim Verlag

© Foto: Claudias Bücherhöhle

An dieser Stelle möchte ich mich noch recht herzlich beim Verlag für die Bereitstellung dieses Exemplars bedanken!

1 thought on “*Rezension* Die Haushälterin

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